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Vagusnerv

Der paarige Nervus vagus, kurz Vagus, wird auch zehnter Hirnnerv, N. X genannt. Er ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organebeteiligt. Sein großes Verbreitungsgebiet war auch namensgebend, der Name leitet sich von lat. vagari („umherschweifen“) ab, wörtlich übersetzt heißt er also „der umherschweifende Nerv“.

Neben seiner vegetativen Funktion ist er an der motorischen Steuerung von Kehlkopf, Rachen und der oberen Speiseröhre beteiligt und übermittelt Geschmacksempfindungen vom Zungengrund sowie Berührungsempfindungen aus dem Rachen, dem Kehlkopf und einem Teil des äußeren Gehörgangs. Auch die inneren Organe in Brust- und Bauchraum werden von sensiblen Fasern erreicht (Viszeroafferenzen), die aber in erster Linie der Vermittlung von Reflexen dienen. Der Vagus enthält also folgende Faserqualitäten: Somatomotorisch (willkürliche Steuerung), somatosensibel (bewusst wahrnehmbar), sensorisch (Geschmack), viszerosensibel und viszeromotorisch (Parasympathikus).

Aktivitätsmessung

Mit Hilfe der Herzfrequenzvariabilitätsanalyse ist es möglich, die Aktivität des Vagus sichtbar zu machen. Nach der Erfassung der elektrischen Herzaktivität (EKG) und deren Frequenzanalyse erscheint der Anteil des Vagus als Kurvenmaximum im Herzfrequenzband (die eigentliche Herzfrequenz liegt außerhalb der Darstellung rechts). Erfolgt die Messung in körperlicher Ruhe (ca. 60–80 Schläge/Minute = 1,0–1,33 Hz) befindet sich die Aktivität des Vagus im Frequenzbereich zwischen 0,15 und 0,4 Hz (blaue Kurve), also etwa im Rhythmus von 3 bis 7 Herzschlägen. Erhöht sich die Herzfrequenz, verschiebt sich auch die Aktivität des Vagus in einen höheren Frequenzbereich. Bei körperlicher Ausbelastung (maximale körperliche Belastung) befindet sich das Maximum meist zwischen 0,7 und 1,1 Hz (rote Kurve).

Quelle: Wikipedia

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